Myriam Raboldt

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Studentische Hilfskraft
Technische Universität Berlin

Beiträge

Die Tagung »Just Do It! Leistung durch Prothetik« widmete sich der Frage nach dem Stellenwert der Leistungsfähigkeit für das gesellschaftliche Leben und die menschliche Identität. In einem interdisziplinären Rahmen sollte betrachtet werden, welche Bedeutung die Prothetik darin spielt: Zum einen bieten Prothesen die Möglichkeit, Leistungsverluste nach Unfällen und Alterungsprozessen auszugleichen, zum anderen scheinen sie auch ein Enhancement bestimmter Kompetenzen anzubieten.

In der Prothetik zeichnen sich momentan verschiedene Tendenzen ab. Die Frage, welches technische Niveau sich mithilfe neuester Technologien realisieren lässt, scheint sich immer weiter von der Frage zu entfernen, wie viele dieser Möglichkeiten sich massentauglich, günstig und einfach umsetzen lassen.

Die technische Erweiterung des menschlichen Körpers und die damit verbundenen Ängste und Hoffnungen sind nicht neu. Jedoch scheinen sich mit heutigem Stand der Technik neue Möglichkeiten zu eröffnen. Wo sich das Aufgabenfeld der Prothetik ehemals durch die Schaffung möglichst guter Ersatzteile definierte, stellt sich nun die Frage nach Produkten, die besser sind als das Original – aus Kompensation wird Enhancement.

Seit einigen Jahren häufen sich Artikel, Fernseh- und Radiobeiträge darüber, was mit 3D-Druckern alles hergestellt werden könne: vom Kaffeemaschinen-Ersatzteil über kleine Doppelgängerfiguren von einem selbst bis hin zu ganzen Häusern und sogar 3D-gedruckten 3D-Druckern. Der Begriff »Drucken« hat hier allerdings nichts mit Papier und Tinte zu tun. Stattdessen wird ein Material, meist eine Art Kunststoff, erhitzt und von einer Düse Schicht für Schicht auf eine Druckplatte aufgetragen.

Erste Assoziationen zum Begriff des Cyborgs reichen von RoboCop über Terminator Überwindung von race, class, gender, das Auflösen von Normen also durch die Verschmelzung von Mensch und Maschine. Doch gegenüber dieser Verschmelzung aus freien Stücken herrscht im Mainstream bisher große Skepsis.

Am 13. und 14. November 2014 fand in den Räumen der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn die Tagung Der arbeitende Körper im Spannungsfeld von Krankheit und Gesundheit statt. Ein willkommener Rahmen, um den eigenen Forschungshorizont zu erweitern. Dieser hatte sich für das Anthropofakte-Projekt aus gegebenem Anlass im Jahr 2014 auf Prothetik im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg fokussiert. Durch die Tagung Mobilisierung des Körpers im März 2014 wurde deutlich, dass es in den Nachkriegsjahren vor allem um die Wiederherstellung der Arbeitskraft mit Hilfe von Prothesen ging.