Schnittstelle Mensch

Sind Kampfdrohnen Prothesen? Sind Piloten ihre Subjekte?

»I wanted to become a hero, but my country made me a murderer.« Dieser Satz stammt vom US-Amerikaner Brandon Bryant, der von 2007 bis 2011 als sogenannter drone operator, also als Drohnenpilot, für die U. S. Air Force tätig war. Als solcher steuerte er im Schichtdienst von einer Kommandozentrale in Nevada aus Kampfdrohnen durch Einsatzgebiete wie etwa in Afghanistan, im Irak, in Libyen, Pakistan, Somalia oder dem Jemen.

Hybrid Talks: Mensch – Technik – Interaktion

»Wie wirkt sich die Schnittstelle zwischen Technik und Mensch auf Wahrnehmungen, Handlungszusammenhänge, Wertvorstellungen und gesellschaftliche sowie technische Prozesse aus? Welchem Wandel wird sie unterzogen? In fünf Impulsvorträgen sowie in einem Showcase wurde bei den Hybrid Talks am 7. Mai die Vielfalt der Fragestellungen im Kontext der Vernetzung und Verschmelzung des Technoiden und Humanen aufgezeigt und ihre Produktivität für transdisziplinäre Projektarbeit veranschaulicht und erlebbar gemacht.Prof Dr.

Die Be-Dingung der Stimme

Die Stimme ist ein Schnittstellen-Phänomen par excellence. Sie vermittelt zwischen Innen- und Außenraum, Physiologie und Psychologie und ist eines der elementarsten zwischenmenschlichen Ausdrucksmittel. Sie ist eine Schnittstelle zur Welt. Sie ist immer dazwischen, immer flüchtig und nie greifbar. Kann unter diesen Voraussetzungen der Verlust der Stimme durch ein Ding funktional kompensiert werden? Eine Reflexion über die Stimmprothese, die vielen kehlkopf-amputierten Menschen das Sprechen wieder ermöglicht.

»Sie haben immer einen Fremdkörper im Hals«

Nach einer Kehlkopf-Amputation keine Stimme mehr zu haben, ist für viele Betroffene nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Belastung. Darum ist sowohl vor als auch nach der OP sensible und fachkundige Beratung gefragt. Welche Form der Stimmrehabilitation ist für die jeweiligen PatientInnen geeignet? Diese Begleitung wird häufig durch Betroffenenverbände geleistet, z. B. durch die Mitglieder des Landesverbands der Kehlkopfoperierten Freistaat Sachsen e. V..

O-Ton: Frank Mädler zum Objekt ›Sprechkanüle/Trachealkanüle‹

Frank Mädler ist Vorsitzender des Landesverbandes der Kehlkopfoperierten in Sachsen, selbst kehlkopflos und spricht seit 1989 mit der Ösophagus-Stimme. Im folgenden Beitrag spricht er über das Objekt »Trachealkanüle/Sprechkanüle« aus der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Diese Kanüle habe ich 1989 von unserer Klinik – eine neue und eine gebrauchte – bekommen, als ich operiert worden bin. Die Silberkanüle ohne Schlitz zur Sprechkanüle, sondern durchweg mit Innenkanüle galt bis Mitte der 90er Jahre als Nonplusultra – hat einen Vorteil: Die Silberkanüle ist wahnsinnig steril.

Inter- und transdisziplinär forschen und kommunizieren

Den Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie für Wissenschaften und das BMBF-Verbundprojekt Anthropofakte verbindet nicht zuletzt eine basale Gemeinsamkeit: Beides sind interdisziplinär ausgerichtete Forschungsgruppen, deren Mitglieder jeweils zu verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen zusammenarbeiten.

Das Schnittstellen-Problem

So hochtechnologisch Prothesen der nächsten Generation in sich auch sein mögen – die Schnittstelle zum menschlichen Körper bleibt nach wie vor prekär. Dies wird allzu oft vergessen in einem Diskurs, der von Euphorie über die technischen Möglichkeiten der modernen Prothetik einerseits, von angstbesetzten Drohszenarien unmenschlicher Maschinenkörper andererseits getragen wird. Diese ganz technischen Probleme der Materialität thematisierte Nils Borgstedt in einem Interview mit Prof. Dr. Christoph Asmuth (Projekt Anthropofakte) auf netzathleten.de.

Echte Handarbeit – Ein Werkstattprotokoll

In der Prothetik zeichnen sich momentan verschiedene Tendenzen ab. Die Frage, welches technische Niveau sich mithilfe neuester Technologien realisieren lässt, scheint sich immer weiter von der Frage zu entfernen, wie viele dieser Möglichkeiten sich massentauglich, günstig und einfach umsetzen lassen.

Schnittstellen

Ein sächsischer Landwirt, der im Zweiten Weltkrieg sein rechtes Bein verloren hatte, legte einen Stelzfuß an, wenn er seiner Arbeit nachging. Die robuste Holzprothese tat viele Jahre ihren Dienst. Wir wissen lediglich von einer einzigen Last, die der Landwirt mit ihr hatte: Der lederne Schaft, der seinen Amputationsstumpf umfing, weitete sich mit der Zeit. Die Prothese saß daher nicht mehr gut. Der Landwirt musste nun zusätzlich Stumpfstrümpfe anziehen, um den zuverlässigen Sitz seines Arbeitsbeins zu sichern.

Superabled. Technisches Enhancement durch Prothetik

Die technische Erweiterung des menschlichen Körpers und die damit verbundenen Ängste und Hoffnungen sind nicht neu. Jedoch scheinen sich mit heutigem Stand der Technik neue Möglichkeiten zu eröffnen. Wo sich das Aufgabenfeld der Prothetik ehemals durch die Schaffung möglichst guter Ersatzteile definierte, stellt sich nun die Frage nach Produkten, die besser sind als das Original – aus Kompensation wird Enhancement.