Das Forschungsprojekt »Anthropofakte. Schnittstelle Mensch«

»Anthropofakte« ist ein Verbundprojekt des Deutschen Hygiene-Museums (DHMD) und der Technischen Universität Berlin. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm »Die Sprache der Objekte – Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen« gefördert.

Die Überforderung des Menschen

Der Mensch ist in seiner biologischen Konstitution derselbe, der er nach seiner Entstehung vor 200.000 Jahren war, dennoch ist er heute ein anderer. Er ist der moderne Mensch, wie er sich selbst bezeichnet. Er hat es geschafft, als erstes Lebewesen auf diesem Planeten, sich nicht nur der Natur erfolgreich zu erwehren, sondern sich diese sogar »Untertan« zu machen. Dabei hat er es nicht nur mit der ihn umgebenden Natur geschafft, sondern auch mit der eigenen, mit der Natur in ihm.

Drei Objektvignetten

Die Prothetik-Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums bildet die materielle Grundlage für das Forschungsprojekt »Anthropofakte«. Sie umfasst etwa 700 Prothesen und andere technische Hilfsmittel zur Erweiterung des menschlichen Körpers aus dem 20. und 21. Jahrhundert. In dem Band »Objekte und Geschichten« wird die herausragende Museumssammlung nun vorgestellt.

Sind Kampfdrohnen Prothesen? Sind Piloten ihre Subjekte?

»I wanted to become a hero, but my country made me a murderer.« Dieser Satz stammt vom US-Amerikaner Brandon Bryant, der von 2007 bis 2011 als sogenannter drone operator, also als Drohnenpilot, für die U. S. Air Force tätig war. Als solcher steuerte er im Schichtdienst von einer Kommandozentrale in Nevada aus Kampfdrohnen durch Einsatzgebiete wie etwa in Afghanistan, im Irak, in Libyen, Pakistan, Somalia oder dem Jemen.

Hybrid Talks: Mensch – Technik – Interaktion

»Wie wirkt sich die Schnittstelle zwischen Technik und Mensch auf Wahrnehmungen, Handlungszusammenhänge, Wertvorstellungen und gesellschaftliche sowie technische Prozesse aus? Welchem Wandel wird sie unterzogen? In fünf Impulsvorträgen sowie in einem Showcase wurde bei den Hybrid Talks am 7. Mai die Vielfalt der Fragestellungen im Kontext der Vernetzung und Verschmelzung des Technoiden und Humanen aufgezeigt und ihre Produktivität für transdisziplinäre Projektarbeit veranschaulicht und erlebbar gemacht.Prof Dr.

Wer hat Angst vor Markus Rehm?

Mit dem Sport ist es eine eigenartige Sache. Die eine treibt ihn der Gesundheit, die andere des Vergnügens wegen. Für die eine macht er Spaß, für den anderen ist er die wichtigste Nebensache der Welt. Wir alle dürften uns einig sein, dass es die artgerechte Haltung nicht nur für Rinder, Schweine und Hühner geben sollte, sondern auch für uns Menschen. Folglich gehört angemessen körperliche Bewegung für uns zu einer der wichtigsten Aufgaben – dies schon allein aus Sorge um uns selbst. Bewegung ist gesund und für gesunde Menschen Vergnügen und Lust.

Just do it! Leistung durch Prothetik

Die Tagung »Just Do It! Leistung durch Prothetik« widmete sich der Frage nach dem Stellenwert der Leistungsfähigkeit für das gesellschaftliche Leben und die menschliche Identität. In einem interdisziplinären Rahmen sollte betrachtet werden, welche Bedeutung die Prothetik darin spielt: Zum einen bieten Prothesen die Möglichkeit, Leistungsverluste nach Unfällen und Alterungsprozessen auszugleichen, zum anderen scheinen sie auch ein Enhancement bestimmter Kompetenzen anzubieten.

Elektronische Sehprothesen

Im Jahr 2027 wird Blindheit heilbar sein. Die natürlichen Augen der Blinden werden durch augapfelförmige Digitalkameras ersetzt werden, die an den Sehnerv angeschlossen werden und dadurch Videobilder an den visuellen Kortex weiterleiten. Die Kamerabilder werden hochauflösend, farbig und gestochen scharf sein und Zusatzinformationen über die Umgebung in Textform enthalten. Durch die Digitalisierung und vollständige Vernetzung der Sehprothesen können die gesehenen Bilder zudem als Livestream direkt an Freunde und Bekannte verschickt werden.

Die Be-Dingung der Stimme

Die Stimme ist ein Schnittstellen-Phänomen par excellence. Sie vermittelt zwischen Innen- und Außenraum, Physiologie und Psychologie und ist eines der elementarsten zwischenmenschlichen Ausdrucksmittel. Sie ist eine Schnittstelle zur Welt. Sie ist immer dazwischen, immer flüchtig und nie greifbar. Kann unter diesen Voraussetzungen der Verlust der Stimme durch ein Ding funktional kompensiert werden? Eine Reflexion über die Stimmprothese, die vielen kehlkopf-amputierten Menschen das Sprechen wieder ermöglicht.

»Sie haben immer einen Fremdkörper im Hals«

Nach einer Kehlkopf-Amputation keine Stimme mehr zu haben, ist für viele Betroffene nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Belastung. Darum ist sowohl vor als auch nach der OP sensible und fachkundige Beratung gefragt. Welche Form der Stimmrehabilitation ist für die jeweiligen PatientInnen geeignet? Diese Begleitung wird häufig durch Betroffenenverbände geleistet, z. B. durch die Mitglieder des Landesverbands der Kehlkopfoperierten Freistaat Sachsen e. V..